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Museum Mühlberg 1547 wird 100 Jahre alt

Amt Elsterland, den 08.​05.​2026

1926 von geschichtsinteressierten Mühlbergern gegründet/ Festvortrag und Ausstellung zum Museumsgründer

Das Museum Mühlberg 1547 feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen. Seine Gründung vor 100 Jahren steht im Kontext einer breiten kulturhistorischen Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts, in der vielerorts Museen entstanden, um regionale Geschichte zu bewahren und zugänglich zu machen. In Mühlberg hatte sich bereits 1901 ein Verein für Heimatkunde gegründet, dessen Mitglieder über Jahrzehnte hinweg eine umfangreiche Sammlung zur Elbeschifffahrt und Fischerei, zum Handwerk sowie zur sakralen Kunst zusammentrugen.

Ein dauerhafter Ort für diese Sammlung fand sich 1926 in der ehemaligen Klosterpropstei, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das die Familie von Winterfeldt bereitstellte. Mit der Einrichtung der Ausstellungsräume begann die Geschichte des Museums. Maßgeblich geprägt wurde diese frühe Phase durch den Kustos Hans Kretschmann, der die Sammlung ordnete, erweiterte und wissenschaftlich betreute.

Die weitere Entwicklung des Museums verlief nicht ohne Brüche. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Teile der Sammlung ausgelagert; Verluste konnten dennoch nicht verhindert werden. Bereits kurz nach Kriegsende wurde das Museum jedoch wiedereröffnet und weitergeführt. In den 1970er-Jahren kam es nach dem krankheitsbedingten Rückzug von Hans Kretschmann zu einer Schließung und zur Angliederung an das Kreismuseum Bad Liebenwerda. Erst nach umfangreichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen konnte das Haus 1984 erneut öffnen.

Mit der Rückkehr in die städtische Trägerschaft im Jahr 1986 begann eine Phase des Neuaufbaus. Trotz begrenzter personeller und technischer Ressourcen organisierte Martina Pöschl, seit 1986 für das Haus zuständig, Ausstellungen und entwickelte die Museumsarbeit kontinuierlich weiter. Nach 1990 stand das Museum vor grundlegenden strukturellen Entscheidungen; sein Fortbestand wurde jedoch mit einem Beschluss der Mühlberger Stadtverordneten gesichert. In den folgenden Jahren konnten erste bauliche Verbesserungen umgesetzt werden; allerdings wurde der Sanierungsbedarf der fast 500 Jahre alten Propstei immer deutlicher.

Einen entscheidenden Entwicklungsschritt markierte die Neukonzeption des Museums im Zusammenhang mit dem Reformationsjubiläum 2017. Die Schlacht bei Mühlberg von 1547 rückte dabei als Ereignis von europäischer Bedeutung stärker in den Fokus. Mit Unterstützung des Landes Brandenburg, des Landkreises Elbe-Elster, der Stadt Mühlberg sowie weiterer Förderer wurde das Museum umfassend saniert, erweitert und inhaltlich neu ausgerichtet.

Nach mehrjähriger Umbauphase eröffnete das Haus 2015 unter dem Namen „Museum Mühlberg 1547“ neu, ist seitdem in den Museumsverbund Elbe-Elster integriert und befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Elbe-Elster. Seither hat sich das Museum als lebendiger kultureller Ort etabliert. Neben den Dauerausstellungen prägen Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote das Profil des Hauses.
Heute, 100 Jahre nach seiner Gründung, ist das Museum Mühlberg 1547 ein wichtiger Ort der regionalen Geschichtsbewahrung und -vermittlung. Es verbindet historische Forschung mit zeitgemäßer Präsentation und trägt dazu bei, die Geschichte der Stadt und der Region einem breiten Publikum zugänglich zu machen.


Höhepunkte im Jubiläumsjahr

17.05. – 30.08.
Aus Liebe zur Stadt. Hans Kretschmann als Maler und Museumsmacher
Ausstellung

31.05., 14.00 Uhr
Jubiläumsvortrag in der Propstei: Haus- und Museumsgeschichte, erzählt von Martina Pöschl

05.06., 17.00 Uhr
Spanischer Abend: Geschichte und Kulinarik

28.11.2026 – 14.03.2027
Mühlbergs Geschichte und Gegenwart
Ausstellung historischer Aufnahmen und Fotos von Frank Winters 

Zeitstrahl – 100 Jahre Museum Mühlberg 1547

Vorgeschichte/ Propstei und Verein für Heimatgeschichte
1531  Bau der Klosterpropstei
nach 1547         Säkularisierung des Klosters, Umwandlung in
            landwirtschaftliches Gut
1901  Gründung des Vereins für Heimatkunde in Mühlberg
1901–1920er Aufbau einer umfangreichen Sammlung durch den Verein zur
      Schifffahrt, Fischerei, Handwerk und sakralen Kunst

Museum
1926  Gründung des Museums
Einrichtung in der Klosterpropstei, bereitgestellt durch Familie von Winterfeldt
1920er–1940er     Aufbau und Profilierung der Sammlung durch Hans
            Kretschmann
1939–1945   Zweiter Weltkrieg, Auslagerung von Exponaten, Teilverluste
      und Zerstörungen
1945/46     Wiederöffnung nach Kriegsende: gesamte Propstei wird zum
      Museum, Hans Kretschmann übernimmt die Leitung
1970er Jahre      Einschnitt: krankheitsbedingter Rückzug Kretschmanns
      Schließung des Museums; Angliederung an Kreismuseum Bad
      Liebenwerda
      Sicherung und Sanierung des Gebäudes, u. a. Vergitterung
      von Fenstern, Erneuerung der Elektrik und des Putzes
1984  Wiedereröffnung mit sechs Ausstellungsräumen, begrenzte
      Öffnungszeiten
1986  Rückkehr in städtische Trägerschaft, Neubeginn unter
      schwierigen Bedingungen
ab 1986     kontinuierliche Museumsarbeit und erste Erweiterungen bei
      andauernden baulichen Beschränkungen (u. a. fehlende
      Heizung)
ab 1990     Sicherung des Fortbestands nach der Wiedervereinigung
      durch die Mühlberger Stadtverordneten
      erste bauliche Verbesserungen (Heizung, Dach, Fassade),
      Sonderausstellungen
2000er Jahre      zunehmender Sanierungsbedarf beschränkt den
      Museumsbetrieb
2010  Impuls zur Neukonzeption: Fokus auf die Schlacht bei
      Mühlberg 1547
      Finanzierung durch Land Brandenburg, Ostdeutsche
      Sparkassenstiftung und Sparkasse Elbe-Elster, Oetker-Stiftung
      und Kommune
2010  erstes Grobkonzept zur Neugestaltung durch Architekt Onno
      Folkerts
2011  baubedingte Schließung des Museums und vollständige
      Auslagerung der Sammlung
      Einrichtung eines Fachbeirats
ab 2012     Beginn Umbau und Restaurierung, Freilegung historischer
      Wandmalereien
2013  Erweiterung (Neubau Wirtschaftsgebäude) über der
      historischen Kornbrennerei
      Neugestaltung der Ausstellung
24. April 2015    Neueröffnung mit neuem Namen: Museum Mühlberg 1547
      Integration in den Museumsverbund des Landkreises Elbe-
      Elster
2015–2026   Entwicklung zum lebendigen Museum mit 4
      Dauerausstellungen und 22 Sonderausstellungen, vielfältige
      Veranstaltungen und Bildungsangebote


Fotos Museumsverbund LKEE:
 

 

Bild zur Meldung: Museum Mühlberg 1547 wird 100 Jahre alt